Mit Einführung des Gesundheitsfonds wurden die Beiträge für alle gesetzlich Versicherten über alle Kassen vereinheitlicht. Vor diesem Hintergrund empfehlen z.B. das Gesundheitsministerium oder die Stiftung Warentest, die Kasse nach den angebotenen Zusatzleistungen auszusuchen und ggf. zu wechseln. Nach einem Wechsel der Krankenkasse bindet man sich aber für 18 Monate an diese Kasse.
Ich frage mich, ob diese Empfehlung, die Kasse wegen Zusatzleistungen zu wechseln, nicht etwas vorschnell ist:
- Die Kassen können meines Wissens je nach Finanzlage Zusatzbeiträge von den Versicherten erheben bzw. Beiträge erstatten. Von daher kann ein Kassenwechsel aus finanzieller Sicht Sinn machen. Da aber noch nicht klar ist welche Kasse nachkassiert bzw. erstattet, ist Abwarten sinnvoll.
- Der Gesundheitsfonds ist ein Kompromiss zwischen CDU und SPD. Beide Parteien haben anders gelagerte Vorstellungen zur Ausgestaltung des Gesundheitswesens. Damit ist es aus meiner Sicht fraglich, wie und ob der Gesundheitsfonds die Bundestagswahl im Herbst diesen Jahres „überleben“ wird.
Aus meiner Sicht ist vor allem Punkt (1) entscheidend: ich werde noch ein paar Monate warten, bis die ersten Kassen ihre Geschäftsberichte vorlegen und dann zu der Kasse gehen, die eine hohe Rückerstattung gewährt.
